40 Jahre Zwentendorf

Heute vor 40 Jahren fällt eine historische Entscheidung: In einer Volksabstimmung entscheidet sich die österreichische Bevölkerung gegen die Inbetriebnahme des fertig gebauten Atomkraftwerks Zwentendorf. Kurze Zeit später wird das Atomsperrgesetz verabschiedet und Österreichs ‚Nein‘ zur Kernenergie besiegelt.

Wie kam es dazu?

Bereits 1971 beginnt der Bau der Reaktoranlage in Zwentendorf, 50 Kilometer von Wien entfernt. Der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky setzt sich stark für das Atomkraftwerk ein. Die Bevölkerung ist hingegen gespalten: Anti-Atomkraft-Gruppen beginnen sich zu organisieren und demonstrieren gegen die Inbetriebnahme.  „Dieses Werk steht, es hat Milliarden gekostet, es darf nicht verrotten“, meint Bundeskanzler Kreisky. Bei der Volksabstimmung am 5. November 1978 gewinnen überraschend die Atomkraft-Gegner – mit 50,5 Prozent der Stimmen ein denkbar knappes Ergebnis.

40 Jahre danach

„Heute ist die Gegnerschaft zur Kernenergie etwas, das Österreich nicht spaltet, sondern eigentlich vereint“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. Seit 2005 ist die stillgelegte Reaktoranlage im Besitz der EVN (Energieversorgung Niederösterreich). 40 Jahre nach der Volksabstimmung wird hier doch noch Strom erzeugt – mithilfe von Solarpanels statt Atomkraft. Daneben dient die Anlage als Trainingsgelände für Kerntechniker, als Filmkulisse und Ausflugsziel.