Slowenisch als Kult

Slowenisch lernen ist in Kärnten jetzt in – ganz anders als noch vor 44 Jahren. In Kärnten steigen die Anmeldungen zum Slowenisch-Unterricht in der Volksschule jedes Jahr. Slowenisch zu lernen wird mittlerweile als Bildungschance gesehen. Früher war das ganz anders: Im Schuljahr 1973/74 waren nur 15% der Volksschüler zum zweisprachigen Unterricht angemeldet. 2016/17 waren es 45%.

Schüler des slowenischen Gymnasiums 1974 berichten von Ausgrenzung

Jahrzehntelang kämpft die slowenische Minderheit in Kärnten um einen Platz in der Öffentlichkeit. In einem ORF-Bericht aus dem Jahr 1974 erzählen Schüler des slowenischen Gymnasiums in Klagenfurt von ihren Erfahrungen mit Ausgrenzung. Eine Schülerin schildert, dass sie alle Freundinnen aus der Volksschulzeit verloren hat. „Zum einen liegt es sicher am Nachmittagsunterricht, dass der Kontakt ausbleibt und zum anderen will man Slowenen einfach nicht kennen.“

Andere Mitschüler erzählen, wie ihre Eltern in der Arbeit unter Druck gesetzt worden sind. Einem Vater wurde etwa eine Beförderung angeboten, wenn er seine Kinder vom Slowenisch-Unterricht in der Volksschule abmeldet.

Was sagen die Schüler 2018 - wieviel ist übrig von den Emotionen von damals?

Wir konfrontieren die Schüler von heute mit den Aussagen aus dem Jahr 1974. Wir wollen wissen: Wieviel ist übrig von den Emotionen von damals? Habe sie ähnliche Erfahrungen gemacht?

„Schon erschreckend“, „Ich kann so etwas aus meinem Leben nicht berichten“, meinen die heutigen Schüler. Großteils. Denn auch sie machen – selten, aber doch - Erfahrung mit Ausgrenzung.