In Salzburg ist ein Wolf unterwegs

Mehr als 20 Schafe hat ein Wolf seit Anfang Juli in Großarltal in Salzburg gerissen. Die Bauern fordern jetzt den Abschuss des verantwortlichen Tieres. Die Bezirkshauptmannschaft in St. Johann wird in den kommenden Wochen eine Entscheidung treffen.

Wolfsmanagementplan rechtfertigt Abschuss

Im Februar 2019 hat das Land Salzburg einen Wolfsmanagementplan veröffentlicht. Darin ist der Umgang mit den Raubtieren geregelt. Ein Abschuss ist gerechtfertigt, wenn der Wolf mehr als 25 Nutztiere innerhalb eines Monats reißt. 

„Die Anzahl der getöteten Tiere rechtfertigt die Definition eines Problemwolfs“, sagt der Salzburger ÖVP-Landesrat Josef Schwaiger.

Aufwendige Schutzmaßnahmen

Ein Abschuss ist allerdings nicht so leicht möglich, denn der Wolf steht europaweit unter Schutz.

„Bei streng geschützten Arten wie dem Wolf ist im Einzelfall zu prüfen, ob nicht gelindere Mittel wie Herdenschutz oder der Einsatz von Hunden zum Ziel führen. Das wurde in Salzburg nicht ernsthaft versucht“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler.

Diese Schutzmaßnahmen sind mitunter aufwendig und teuer. Vor allem in alpinen Lagen kann es schwierig sein Zäune anzubringen. „Dann ist die alpine Landwirtschaft mit Schafen endgültig vorbei“, sagt Schwaiger.

Bevölkerung sieht Wolf eher positiv

Eine Umfrage des WWF zeigt, dass 69 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen die Rückkehr des Wolfes positiv sehen. 22 Prozent sind negativ gegenüber dem Tier eingestellt. Neun Prozent haben dazu keine Meinung.

Seit einigen Jahren siedelt sich der Wolf wieder in Österreich an. Zwischen 30 und 35 Tiere gibt es mittlerweile.