Manspreading: Ist das wirklich ein Problem?

Mit einer Online-Kampagne wollen die Wiener Linien auf das Thema Manspreading aufmerksam machen. Männer sollen in Zukunft darauf achten, in Öffis nicht mehr zu breitbeinig zu sitzen. Orientiert hat man sich dabei an anderen Städten wie etwa Istanbul, Madrid und New York. Auf Social Media wurde heftig über die Kampagne diskutiert. Bei den Wiener Linien zeigt man sich darüber nicht überrascht: „Wir hätten damit gerechnet, dass das mehr polarisiert", so Wiener Linien-Sprecher Christoph Heshmatpour.

Keine Wiener Erfindung

In Madrid, Istanbul oder New York, ist das „Manspreaden“ bereits seit Jahren verpönt. In New York zieren Schilder mit der Aufschrift „Dude ... stop the spread, please!“ die U-Bahnen. Jetzt widmen sich auch die Wiener Linien dem Thema, nachdem diese 2017 noch behauptete: „Manspreaden“ in Wien wäre kein Problem. Gelstrafen oder Sonstiges seien für die Wiener Linien allerdings kein Thema. Der Schummelzettel, wie er genannt wird, diene lediglich zum besseren Umgang miteinander.

Fahrgäste begrüßen die Kampagne

Viele Fahrgäste in den Wiener Öffis reagieren auf die Kampagne positiv. „Ich find es gut, dass es eine Kampagne gibt. Man will sich ja auch irgendwie wohlfühlen“, erzählt ein weiblicher Fahrgast. Christian Berger, Sprecher des österreichischen Frauenvolksbegehren, weist daraufhin, dass sich auch viele Männer am „Manspreading“ stören: „Ich glaube es ist für alle Personen, die in den Wiener U-Bahnen unterwegs sind, ein Problem. Für viel Männer und für alle Frauen“.