Werner Koglers junge Jahre

St. Johann in der Haide in der Oststeiermark. Ein kleiner Ort mit nicht mehr als 2000 Einwohnern, gleichzeitig aber Heimatort eines bekannten Politikers: Grünen-Chef Werner Kogler. „Eigentlich gab es nur ein paar Wirtshäuser, aber die waren eh super im Prinzip. Ich vermisse sie heute sehr. Aber die Aufstellung war: Irgendwelche ÖVP Clans haben sich den Ort aufgeteilt- de facto“, erinnert sich Kogler. Motivation genug für den jungen Kogler, etwas zu ändern.

Erste Berührungspunkte mit Politik

Anfang der 90er Jahre regt sich in St. Johann in der Haide Widerstand gegen eine Mülldeponie, die mitten im Wald errichtet werden soll. An der Spitze der Proteste: Der junge Werner Kogler.  „Uns ist das relativ phantasielos vorgekommen, einfach in einem riesen Waldgebiet genau an unserer Dorf-Grenze, einen 30 Meter hohen und viele Fußballfelder großen Müllberg rein zu schmeißen, ohne dass vorher gescheit gesammelt, getrennt aufbereitet wird.“ Koglers Engagement hat Erfolg. Statt der Deponie kommt schließlich das AWV Hartberg - ein modernes Abfallzentrum.

Grüner Widerstand gegen Schwarz

Koglers Widersacher war der damalige schwarze Bürgermeister, Otto Pußwald. „Von den Grünen war der Werner Kogler Wortführer. Er ist redegewandt und hat die Menschen begeistert“, sagt er über Kogler. Mittlerweile sind die beiden längst ausgesöhnt. „Der Kogler Werner ist viel handsamer worden. Er ist nicht mehr so angriffig. Er ist einfach ein anderer Mensch geworden. Und angezogen ist er auch schöner.“

Auf- und Wiederaufbau der Grünen

In Graz studierte Werner Kogler später Volkswirtschaft. 1981 hat er die Alternative Liste Graz gegründet und ist 1985 in den Grazer Gemeinderat eingezogen. 1999 wird Kogler Nationalratsmitglied. Als die Grünen 2017 aus dem Parlament fliegen, baut Werner Kogler die Partei wieder auf. Lädt zu Zukunftskongressen, und zieht schließlich im Herbst 2019 mit 14 Prozent der Stimmen wieder ins Parlament ein. „Dass das alles so schnell geht, hätte ich auch nicht erwartet. Aber ja, es hat einen Plan gefolgt“, blickt Kogler zurück.