Missbräuche im Skisport bestätigt

Die im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen im Skinachwuchssport vor einem Jahr in Tirol ins Leben gerufene Expertenkommission hat ihren Endbericht vorgelegt – dieser bestätige die Vorwürfe. Der Akt wurde auch an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Die Aufarbeitung ins Rollen gebracht hatte die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg. Diese hatte im November des Vorjahres sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch im Skisport öffentlich gemacht und damit eine breite öffentliche Diskussion losgetreten.

13 Übergriffe in Skisportschulen gemeldet

Für die von der Vorsteherin des Bezirksgerichts Kufstein, Andrea Wibmer-Stern, geführte Expertenkommission habe sich etwa bei der Skihauptschule Neustift das Bild verfestigt, dass es dort zu sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitungen gekommen sei. Zudem würden in dem Bericht strukturelle Defizite in der Vergangenheit und Mängel in der Informationsweitergabe bzw. Kommunikation zwischen den verantwortlichen Stellen aufgezeigt. In der Stubaier Skihauptschule ging es vor allem um einen Heimleiter. Ende der 90er-Jahre geriet außerdem ein heute hoher Schulbeamter in Verdacht, Mädchen unsittlich berührt zu haben.

Bericht bleibt vertraulich um Persönlichkeitsrecht zu schützen

Insgesamt seien 13 Meldungen von Betroffenen bei der Erstanlaufstelle für Opfer in Landeseinrichtungen eingegangen. Acht davon betrafen Neustift, vier das Skigymnasium Stams, eine bezog sich auf einen Sportverein. Seit Dezember 2017 gab es demnach keine Meldungen mehr von Missbrauch in den Sportschulen bzw. Internaten des Landes. Die Experten wollen die Aufarbeitung der Vergangenheit zugleich als Empfehlung für die Zukunft verstanden wissen. Im Mittelpunkt stehe die Prävention, die strafrechtliche Klärung der Vorfälle hingegen obliege den Gerichten.