147 Waldbrände & Überschwemmungen in Sibirien

2,8 Millionen Hektar Wald ist in Sibirien dieses Jahr abgebrannt. Das entspricht in etwa der Fläche von Belgien. Die Waldbrände sind aber nicht das einzige Problem. 25 Menschen sind bisher wegen Überschwemmungen gestorben. Tausende haben ihre Wohnungen verloren.

Dichter Rauch und Smogalarm

In russischen Großstädten wie Irkutsk und Nowosibirsk herrschte zeitweise Smogalarm. „Die Menschen wurden dazu aufgefordert daheim zu bleiben und ihre Türen zu schließen, weil die Luftverschmutzung so hoch ist“, sagt Mark Isaac, der in Irkutsk lebt. In einigen Regionen wurde wegen des Rauches der Flugverkehr eingestellt.

2.700 Menschen sind im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Zu wenig, finden Hunderttausende Russen. In einer Online-Petition haben sie die Behörden aufgefordert die Brände zu bekämpfen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nun das Verteidigungsministerium mit der Brandbekämpfung beauftragt. Das Militär hat am Donnerstag mit den Löscheinsätzen begonnen.

Baikalsee droht zu vergiften

In der Region Irkutsk im Süden Sibiriens haben starke Regenfälle zu Hochwasser geführt. Die Überschwemmungen und Brände sind bereits eine Naturkatastrophe aber es könnte noch schlimmer kommen.

Bei neuerlichem Regen könnten giftige Schlammmassen einer Chemiefabrik den weltgrößten Frischwassersee verunreinigen. „Der Baikalsee beinhaltet zwanzig Prozent des weltweiten Frischwassers. Chemikalien könnten in den See fließen. Wenn das passiert, könnte das eine der größten Umweltkatastrophen aller Zeiten sein“, sagt Isaac.

Anderswo in der Region wünscht man sich allerdings durchaus mehr Regen. Das würde zumindest die dort lodernden Feuer eindämmen. In diesem [M]eins-Video ist die Regen-Zeremonie sibirischer Schamanen zu sehen, die bei der Brandbekämpfung helfen möchten.