Als die Tanzschule aus der Mode kam

Früher waren die Tanzschule DER Treffpunkt der Jugend. Doch in den 60ern wird es schwieriger für die Tanzschulen. Rock-, Beat-, und Popmusik kommen auf. In den Tanzlokalen wird die neue Musik gespielt - klassische Tanzschritte sind nicht gefragt. 

Rock-, Beat und Popmusik sind in, Anstandslehre ist out

Die Tanzschulen hatte in den 60ern mit einem Rückgang der Schülerzahlen zu kämpfen, berichtet Monika Lemberger, Seniorchefin der Tanzschule Dorner im vierten Bezirk in Wien. „Viele haben geglaubt, dass sie gar nicht mehr zur Tanzschule gehen müssen. Da stellen sie sich halt hin in der Disko hin und tanzen einfach. Später sind sie draufgekommen, dass die Tanzschule doch ihren Sinn hat“, so Lemberger. 

Tipp: Die TV-Sendung „Zeitgeschichten“ auf ORFeins greift Meldungen und Berichte aus der Vergangenheit auf, und besucht Menschen und Schauplätze heute. Hier geht es zur Folge rund um Wien in der ORF TV-Thek.

Die 68er-Generation stellt die Tradition in Frage 

Die Anstandslehre hatte lang einen hohen Stellenwert in der Tanzschule und auch die Kleidervorschriften. Röcke oder Kleider für die Damen, weiße Handschuhe, Anzug und Krawatte für die Herren waren damals Pflicht – und sind es auch heute noch. Die 68er-Generation wollte mit diesen Gepflogenheiten brechen, berichtet Robert Hysek ehemaliger Direktor der Tanzschule Elmayer. Die wohl traditionellste Tanzschule Wiens. „Die 68er-Generation hat viel in Frage gestellt und - nachdem wir die Tanzschule traditionell geführt haben - auch uns“, erzählt Hysek.

Die traditionelle Tanzschule hat überlebt 

Die meisten Tanzschulen haben sich angepasst. Die Kleidervorschriften von damals sind Geschichte. Aber gerade in Wien sind traditionelle Tanzschulen auch 2018 noch gefragt. Gerade in der Tanzschule Elmayer stehen Anstand und Tradition immer noch am Lehrplan.