Wirt verkauft rechtsextremes Merchandise

In Ostdeutschland ist die Neonazi-Szene besonders aktiv – und das nicht nur im Verborgenen. Die Grenze zwischen gerade noch legal und illegal wird gerne ausgereizt. Auch von Tommy Frenck. Der 31-Jährige Regionalpolitiker ist Kreistagsabgeordneter des rechtsextremen „Bündnis Zukunft Hildburghausen“. Schon als Jugendlicher trat er der NPD bei. Seit 2014 betreibt er einen Gasthof in einem kleinen Thüringer Dorf.

Schnitzel um 8,88 Euro

In Frencks Gasthof „Goldener Löwe“ finden regelmäßig Veranstaltungen der rechten Szene statt. Und an Hitlers Geburtstag kosten alle Schnitzel 8,88€. Nazi sei er aber nicht, versichert er. Auch wenn Frenck über seinen Online-Versand rechtsextremes Merchandise verkauft. T-Shirts mit Wehrmachts-Motiven, Pullover mit der Aufschrift „88“ oder Postkarten für 88 Cent. Wäre so ein Versandhandel rechtlich auch in Österreich möglich?

Kunden aus Österreich

„Grundsätzlich ist die Rechtslage in Österreich eine recht ähnliche: Was in Deutschland ok ist, ist im Großen und Ganzen auch in Österreich ok“, sagt Bernhard Weidinger vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW). „Der Handel mit solchen Dingen vollzieht sich in Österreich aber eher unter dem Ladentisch oder auf Flohmärkten.“ Deshalb liefert Tommy Frencks Online-Versandhandel „druck 18“ auch nach Österreich. „Es ist sehr üblich, dass österreichische Neonazis in Deutschland bestellen“, so Weidinger.