Verschieden gewählt - gemeinsam geschaut!

Was passiert, wenn Wähler verschiedener Parteien im selben Raum die Hochrechnungen verfolgen? Der überparteiliche Verein PolEdu probiert es am Wahlsonntag aus und lädt zum Public-Viewing im Café Benno.

Stimmung wie bei Fußball

Die Stimmung ist entspannt. Hier geht es, anders als bei so mancher Elefantenrunde, gesittet zu. Manche sind über den Verein hier, andere, weil sie hier Stammgäste sind und wieder andere, weil sie auf Social Media von der Veranstaltung erfahren haben. Es sei fast wie Sportschauen, sagt eine junge Frau: „Nur bedeutsamer.“

Es geht um zwischenparteiliche Diskussion

"Ich glaub gerade in der Politik ist es notwendig, dieses miteinander reden zu stärken, den Diskurs, auch unterschiedliche Meinungen zueinander zu bringen. Und gerade am Wahlabend gibt’s viel zu diskutieren und das ist natürlich ein guter Anlass, das hier zu tun.", erklärt Pascal Günsberg, Organisator und Gründer von PolEdu, die Motivation hinter dem Public Viewing.

Langsam wird's Tradition

Auch für das Personal des Cafés ist es ein besonderes Ereignis. Schon in den Jahren davor habe man sich hier zum gemeinsamen Wahlschauen getroffen, sagt Mitarbeiterin Verena. Zuerst nur mit Freunden, dann kamen immer mehr - um sich gemeinsam „zu freuen oder es hinzunehmen.“

Hauptsache gutes Bier

Was sie gewählt haben, will aus dem Publikum niemand verraten. Aus den Reaktionen lässt sich aber so manche Präferenz ablesen. Manche freuen sich über Zugewinne bei der eigenen, andere über Verluste bei der anderen Partei. Viele sind überrascht. Jetzt diskutiert man über mögliche Koalitionen. Aber am wcihtigsten ist die Stimmung: "Für mich geht’s heute um einen gemütlichen Abend", sagt eine Besucherin.