Journalist Max Zirngast – endlich daheim

„Mir geht es gut“, sagt Journalist Max Zirngast heute. Er hat eine Odyssee hinter sich. Von 11. September bis 24. Dezember 2018 befand sich der Steirer in türkischer Haft. Der Vorwurf: Nähe zu Terrororganisationen. Zirngast schrieb für mehrere linke Medien regierungskritische Artikel und kritisierte dabei oft den türkischen Präsidenten Erdogan. Ganze sechs Monate lang wartete er auf seinen Prozess. Jetzt kam der Freispruch.

Zwischen Bangen und Hoffen

Ein ganzes Jahr saß Zirngast in der Türkei fest. Denn nach der Entlassung im Dezember wurde der für April angesetzte Prozess kurzerhand auf September vertagt. In dieser Zeit durfte Zirngast die Türkei nicht verlassen. Mittlerweile wurden alle Vorwürfe aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. „Es ist eine permanente Unsicherheit. Willkür, mit der man konfrontiert ist“, sagt Zirngast heute im Gespräch bei Stefan Lenglinger im Magazin 1.

„Mein Fall war in der Türkei nicht besonders wichtig“

Regierungskritikern wird in der Türkei immer wieder Nähe zu Terrororganisationen vorgeworfen. Auch Ausländer wurden zuletzt verhaftet, die im Verdacht stehen, Regierungskritiker zu unterstützen. „Mein Fall war in der Türkei nicht besonders wichtig“, meint Max Zirngast. Er ist froh, dass sein Prozess „relativ schnell“ zu Ende gegangen ist. Er beobachtet im türkischen Staatsapparat momentan einen „Machtkampf“ zwischen regierungstreuen und regierungskritischen Beamten und Richtern. Der Türkei-Experte möchte nun in Österreich, in Deutschland und der Schweiz sein Buch präsentieren und wird weiter zur Türkei recherchieren und schreiben.