Dieser Mann verzockte 633.000 €

„Man hat sich selbst einfach nicht mehr unter Kontrolle“, sagt Herr H., als er von seiner Spielsucht erzählt. Vor vier Jahren fing alles an. Nach zunächst sporadischen Besuchen in Spiellokalen, konnte sich Herr H. nicht mehr kontrollieren. Täglich wurde die Summe höher, die er pro Tag verspielte. Verlor er, kam er am nächsten Tag wieder, um seine Schulden auszugleichen. Gewann er, kam er am nächsten Tag auch wieder, da er dachte noch mehr zu gewinnen. Ein Teufelskreis, in den Herr H. immer weiter hineingezogen wurde. Um seine Sucht zu finanzieren, musste er schlussendlich sogar sein Unternehmen verkaufen.

Geld zurück-klagen?

H. will nun sein Geld vor Gericht zurück-klagen. Sein Argument: Seine Spielsucht war „offensichtlich“ und hätte vor Ort erkannt werden müssen. Beratungsgespräche in den Spiellokalen helfen laut seiner Darstellung nur wenig. Im „WinWin“ wurde H. erst angesprochen, als er bereits fast 90.000 € verloren hatte und über 230-mal zu Besuch war. Und die einzige Konsequenz daraus war eine Beschränkung von 8 Besuchen pro Monat. Das umging H. leicht, indem er auf andere Spiellokale auswich.

Schutz vor sich selbst

Aber nicht nur Herr H. fordert, dass Spielsüchtige besser vor sich selbst geschützt werden müssen. Auch Psychotherapeut Dominik Batthyanay von der Siegmund Freud Universität in Wien sagt: „Wir müssen schauen, wie wir potenziell Gefährdete Menschen schützen. Das Gute wäre, wenn Betreiber von Spiellokalen verpflichtet wären, Prozesse aufzusetzen, um Spieler zu schützen. Da kann man auf jeden Fall noch mehr tun.“