Ewige Lieferzeiten nach Österreich

Bilder von leergeräumten Regalen kennen wir nur zu gut aus dem ersten Lockdown. Doch ganz erholt haben wir uns von dem teilweisen Produktionsstopps und eingeschränkte Liefermöglichkeiten noch immer nicht. Lieferketten sind durch die Corona-Pandemie immer noch gestört und verursachen bei uns ewig lange Wartezeiten. Bei Unternehmen und Endverbrauchern. Von Autos, über Fahrradsättel und -schaltungen, der neuen PS5, bis hin zu Mikro-chips.

Fehlt ein’s verzögert sich alles

So zum Beispiel auf bei Damian Izdebski. Sein Unternehmen baut unter anderem Gaming PCs zusammen. Ständig fehlen Bauteile. „Im Schnitt liegt die Wartezeit jetzt bei so zwei Monaten, zweieinhalb. Oft kann so ein einziges Teil was vielleicht nur wenige Cent kostet, die Auslieferung eines ganzen Geräts verhindern.“, so Izdebski. Österreich als kleines Land, das viel von Importen abhängt, ist besonders betroffen. Viele Produkte importieren wir billig aus Asien. Ein weltweit eingespieltes System. Bis die Pandemie kam.

Unvorhersehbar sogar für Profis

Sogar für Harald Nitschinger, Mitbegründer von Prewave - einem Unternehmen, das genau auf solche Vorhersagen spezialisiert ist - unvorhersehbar. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, helfen sie Unternehmen wie VW Probleme frühzeitig zu erkennen. Vor allem in Taiwan, wo Mikrochips produziert werden treten diese häufig auf. Fabriksbrände, Lockdowns, Kurzarbeit. All das spielt hier zusammen. Durch ihr Fehlen kommt es zu Produktionsstillständen, die Automobilhersteller zum Beispiel, 100.000 Euro die Minute kosten.

Und in Zukunft?

Viele Produkte kommen aus Asien nach Europa, wenige den umgekehrten Weg. Viele Containershiffe sind die Hälfte ihrer Strecke leer. Das kostet um die 12.000 Euro pro leeren Container. Vielleicht erinnert ihr euch auch an das Schiff, das für mehrere Tage den Suezkanal blockierte? Dieser Unfall hat den Welthandel für mehrere Monate durcheinandergebracht. Und in Zukunft? Harald Nitschinger: „Diese Phase, die wir vor Covid hatten, wo wir über Jahrzehnte in einer globalisierten Welt kaum wirkliche Probleme hatten mit Engpässen und Versorgung, ist vorbei."