„Hungerlohn-Verträge“: Diese beiden Frauen sind betroffen

959 Euro netto - inklusive aller Prämien und Zulagen? Aufs künftige Personal von Laudamotion kommen schwere Zeiten zu. Neue Mitarbeiter sollen künftig über Crewlink angestellt werden - eine irische Leiharbeiterfirma.

„Katastrophale Bezahlung“

Zwei junge Österreicherinnen haben einen sechswöchige Ausbildung für Flugbegleiter bei Laudamotion gemacht. Sie waren zu dieser Zeit auch geringfügig beschäftigt beim Unternehmen. Ihre Arbeitsverträge haben sie dann Freitagabend per Mail bekommen, mit einer Deadline bis Montag. Beim Inhalt des Vertrags staunten sie nicht schlecht:  „Die Bezahlung war katastrophal in diesem Vertrag“, erzählen sie im Interview mit dem Magazin 1, „auch die tägliche Versetzung in eine andere Homebase wäre möglich gewesen. Und es war ein All-In Vertrag.“

Verwirrung um Verträge

Dass diese Verträge „all in“ seien, dementiert Konzern-Boss Michael O'Leary als „Missverständnis“, er spricht von „schlechtem Englisch“.  Doch selbst ohne dieses „Missverständnis“ seien die angebotenen Verträge „inakzeptabel“, kritisiert Gewerkschafter Roman Hebensteit: „Der Brutto-Grundlohn liegt 400 Euro unter dem Armutsschwellwert in Österreich“. Die Gewerkschaft rät nun, die Verträge nicht zu unterschreiben. Das Unternehmen ist unterdessen weiter auf Personalsuche: Vielleicht finden sich ja am 6. November in Wien und am 8. November in Graz Interessierte, die bereit sind, den neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben.