Frauen beim Film: So setzen sie sich durch

Erst einmal war eine Frau für den Oscar „beste Kamera“ nominiert. Bekommen hat sie ihn nicht. In Österreich sind nur zwölf Prozent der Kameraleute Frauen. Simone Hart ist eine davon. Im Mai wurde der Kurzfilm „Ene Mene“ mit dem Diagonalepreis ausgezeichnet. Hart war die Kamerafrau. Gerade hat sie ihren nächsten Kurzfilm abgedreht.

Am Anfang ihrer Karriere war Hart unsicher, ob sie in der männerdominierten Branche richtig ist: „Aber dann hab ich mir gedacht, dann erst recht. Ich kann das genauso gut wie ihr Männer“, sagt die 25-Jährige.

Immer mehr Frauen beim Film

Bei Harts vergangenen Filmprojekten arbeiteten vergleichsweise viele Frauen. Das ist noch immer ungewöhnlich, war aber eher Zufall: „Wir sind Kolleginnen, die einander sehr schätzen. Wir haben das Team so ausgewählt, wie es sich richtig angefühlt hat, nicht nach dem Geschlecht“, sagt Hart. Die junge Kamerafrau glaubt, dass sich mit ihrer Generation etwas ändert und mehr Frauen in technischen Berufen arbeiten.

Vor zwanzig Jahren gab es noch weniger Frauen beim Film. Produzentin und Kamerafrau Eva Testor ist schon lange in der Branche. Sie musste sich gegen männliche Kollegen durchsetzen: „Das war damals unser Los als Frauen, dass wir nicht wahrgenommen wurden“, sagt sie.

Nach ihrem Abschluss an der Filmakademie drehte Testor einen Spielfilm, danach kam lange Zeit kein Job. „Kollegen ist es anders ergangen, die wurden frisch fröhlich wegengagiert“, sagt sie. Das ändert sich nur langsam.

Frauen müssen sich gegenseitig unterstützen

 „Was es vor zwanzig Jahren nicht gegeben hat, sind Frauenfilmnetzwerke wie FC Gloria“, sagt Testor. Der Verein hält Vorträge in Schulen und bringt Mädchen technische Filmberufe näher. Außerdem fördert FC Gloria junge Frauen in der Branche. „Männer hatten schon immer ihre Stammtischkultur. Sie waren besser vernetzt. Das ist auch jetzt noch so. Das müssen Frauen halt auch machen“, sagt die 52-Jährige.

Das Geschlecht sollte bei der Vergabe von Jobs keine Rolle spielen, wünschte sich Simone Hart. „Ich möchte wegen meiner Arbeit angestellt werden. Es soll keinen Unterschied machen, ob ich Mann oder Frau bin“, sagt sie.