In Japan könnten bald Mensch-Tier-Wesen zur Welt kommen

Mensch-Tier-Mischwesen könnten bald Realität werden. Japanische Forscher wollen menschliche Organe in Tieren züchten. Dafür setzen sie menschliche Stammzellen in Tier-Embryonen ein. Solche Experimente gibt es schon länger. Neu ist: Die Forscher dürfen die Mischwesen nun zur Welt bringen. 

Wie funktioniert das?

Der stellvertretende Vorsitzende der österreichischen Bioethikkommission Markus Hengstschläger erklärt die Experimente so: „Die Idee ist, dass man ein Tier so verändert, dass es ein bestimmtes Organ nicht herstellen kann.“ Den Tieren werden dann menschliche Stammzellen eingepflanzt.

Die menschlichen Zellen springen für das Organ, das von den Forschern beim Tier „gelöscht“ wurde, ein. „Das heißt, es ist ein Tier, das später ein Organ aus menschlichen Zellen hat“, sagt der Genetiker. Diese Organe würde man dann Menschen transplantieren können. Soweit die Theorie. Ob das tatsächlich funktioniert, ist momentan aber noch unklar.

Ethische Bedenken

Ähnliche Experimente werden auch in China gemacht. Ethische Bedenken hat Hengstschläger momentan noch nicht. „Prinzipiell ist ein Tier, das menschliche Zellen beinhaltet noch kein großes ethisches Thema“, sagt er.

Geht es um Gehirnzellen, sieht der Ethiker die Sache allerdings anders. „In letzter Konsequenz müssen wir sagen, dass ein gewisser Prozentsatz von menschlichen Gehirnzellen nicht mehr akzeptabel ist. Nicht, weil wir wissen was dann passiert, vor allem weil wir nicht wissen, was dann passiert“, sagt Hengstschläger. Forschung mit menschlichen Gehirnzellen wird auch beim aktuellen japanischen Experiment nicht durchgeführt.