Wie uns Instagram beeinflusst

Es soll natürlich und spontan wirken. Doch hinter ihren Fotos auf Instagram steckt ein enormer Aufwand. Bis zu vier Stunden investiert die Influencerin, Marie (@mariee_curiee) in einen Post für ihr Instagram-Profil. „Von 100 Bildern suche ich mir das aus, was mir am besten gefällt. Das läuft dann durch 30 Apps und jede Unreinheit wird wegretuschiert. Ich versuche aber schon auch zu vermitteln, dass nicht alles auf Instagram echt ist“, so die Influencerin. Sie ist Teil einer Branche, in der der Druck sehr hoch ist. Denn auf Instagram sind vor allem die Frauen erfolgreich, die den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Das zeigen Studienergebnisse des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks.

Dünn, langhaarig, erfolgreich

Marie hat 258.000 Abonennten auf Instagram. Die meisten davon sind Frauen. Laut einer aktuellen Studie der MaLisa Stiftung, der deutschen Schauspielerin Maria Furtwängler, sind junge Frauen, die Influencerinnen folgen, zunehmend mit ihrem Aussehen unzufrieden. Eine Entwicklung, die Soziologin Laura Wiesböck bestätigt: „Influencerinnen werden von Unternehmen bezahlt, um Produkte zu verkaufen und das funktioniert am weiblichen Körper sehr gut. Denn mit einem Makel, kann auch gleich die Lösung mitverkauft werden“, so Wiesböck. Freiwillig sei die Inszenierung von Frauen nur selten, dahinter stecke vielmehr kultureller Druck. „Es wird vermittelt, dass wenn man weiblich sein möchte, man Zeit, Muße und Geld in seinen Körper investieren muss“, so die Soziologin.

Für mehr Vielfalt auf Instagram

Die Journalistin Alexandra Stanić (@alexandra_stanic) ist selbst sehr aktiv auf Instagram. Sie plädiert für mehr Vielfalt auf Social Media. In ihren Postings setzt sie verstärkt auf Meinung, schreibt über Themen wie Feminismus oder Politik und versucht herkömmliche Schönheitsideale aufzubrechen. Sie wünsche sich auf Instagram mehr Frauen, die nicht den gängigen Normen entsprechen. „Ich weiß natürlich auch, dass die Angst groß ist, dass sie Kunden verlieren. Aber diesen Schritt muss man wagen. Wenn man eh schon viel Geld verdient, kann man das in Kauf nehmen, um auch mal wichtigere Themen anzusprechen“, so Stanić.