Natur oder Ski-Tourismus?

ORF 1-Seher Manuel aus Landeck in Tirol meldete sich per Videobotschaft: „Bitte schaut euch an, wie der Wintertourismus in Tirol die Natur zerstört.“ Ihr Thema - unser Auftrag. Magazin 1 Reporterin Fanny Stapf hat daraufhin recherchiert. Tatsächlich gibt es eine Reihe Tourismusprojekte, in denen wirtschaftliche Interessen und Naturschutzinteressen gegenüberstehen.

Am Beispiel Pitztal

Das wahrscheinlich höchstgelegene Beispiel ist der geplante Ausbau der Skigebiete Sölden und Pitztal. Zwei Gletscherskigebiete sollen zusammengelegt worden. Drei Seilbahnen, ein Skizentrum und ein Skitunnel sollen entstehen: Insgesamt etwa 64 Hektar Piste. Ein Nebengipfel des Linken Fernerkogel wird komplett abgetragen, 40 Meter Berg werden gesprengt.

Bauarbeiten und Beschneiung

„Wenn die Natur eine Stimme hätte, würde sie sagen, lasst's mich in Ruh“, meint Benjamin Stern vom Österreichischen Alpenverein beim Lokalaugenschein am Gletscher. Er befürchtet Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt in der sensiblen Gletscherlandschaft, hauptsächlich durch Bauarbeiten und Beschneiung. Jedes Jahr gehen die österreichischen Gletscher um durchschnittlich 17 Meter zurück.

Bürgermeister unterstützt den Ausbau

„Wir haben rückläufige Nächtigungen“, führt Elmar Haid ins Treffen. Der ÖVP-Politiker ist Bürgermeister der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal. Er befürwortet die Pläne der Tourismuswirtschaft. Die Menschen im Ort leben „zu 100%“ vom Tourismus. Angesichts steigender Temperaturen sei die Investition ins Gletscherskigebiet eine sinnvolle Investition, sagt Haid. Überwiegen hier Naturschutzinteressen oder wirtschaftliche Interessen? Um das zu beantworten, wird das geplante Skigebiet zur Zeit auf seine Umweltverträglichkeit geprüft.

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