„Holz-Mafia“ bedroht letzte Urwälder Europas

Nur 400 Kilometer Luftlinie sind es von Wien nach Rumänien. Dort, wo zwei Drittel Zentral-Europas letzter Urwälder stehen, zeigt sich ein verheerendes Bild. Obwohl diese Wälder große Mengen an CO2 absorbieren und damit die weltweite Klimaerwärmung zu einem gewissen Teil verlangsamen, werden sie erbarmungslos abgeholzt. Das Holz wird dann nach ganz Europa verkauft. Teil des Milliardengeschäfts ist ein schwer durchschaubares System, welches von Rumänien bis in die Ukraine reicht. „Es gibt eine Struktur der organisierten Kriminalität, ähnlich wie bei Mafia-Organisationen, die sich gegenseitig schützen“, sagt der rumänische Ökologe Gabriel Paun.

„Geschwindigkeit der Zerstörung ist enorm“

Gabriel Paun beschreibt die momentane Situation als völlig außer Kontrolle. „Obwohl Rumänien als die Lunge Europas gilt, und es mindestens eine halbe Million Hektar an Urwäldern beherbergt, ist die Geschwindigkeit ihrer Zerstörung enorm.“ Ein Umweltaktivist, der undercover in den Wäldern recherchiert, schlägt ebenfalls Alarm. „Wenn diese Wälder nicht geschützt werden, wird hier abgeholzt. Wir wissen nicht, ob das morgen oder in fünf Jahren passiert, aber irgendwann werden die Bäume gefällt.“

Rumänisches Holz in Österreich?

Auch in Österreich landet rumänisches Holz. Österreich bezog im vergangenen Jahr 141.000 Tonnen Brennholz aus Rumänien. Großteils handelt es sich dabei um minderwertiges Abfallholz, das in Österreich als Pellts verheizt wird. Und das, obwohl Österreich eigentlich genug eigene Vorräte hätte. 48 % der Gesamtfläche Österreichs sind mit Wald bedeckt.