Nur eine Tablette am Tag

Früher glich die HIV-Diagnose einem Todesurteil, heute gibt es vielfältige Behandlungsmethoden. HIV-Positive können dank medizinischer Fortschritte mittlerweile ein beschwerdefreies Leben führen. „Es gibt sogar Studien, wo die Lebenserwartung sogar etwas über dem Durchschnitt der Normalbevölkerung liegt, weil die HIV-positiven Patienten so gut von uns kontrolliert werden“, sagt Allgemeinmediziner Horst Schalk, der in seiner Wiener Gruppenpraxis jährlich 1000 Patienten mit dem Immunschwächevirus behandelt. „Dadurch erkennt man auch andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck sofort und kann sie behandeln.“

Welche Medikationen gibt es?

Für HIV-Positive gibt es laufende Therapien mit verschiedenen Medikamenten. In der Regel genügt eine Tablette täglich, die Medikamente werden von der Krankenkasse übernommen. Für Notfälle ist eine Art „Pille danach“ erhältlich. Nach einem Risikokontakt ist sie innerhalb von 48 Stunden einzunehmen, dann insgesamt ein Monat lang. Sie muss von der Krankenkasse bewilligt werden, privat kostet sie 1800 Euro. Zusätzlich gibt es mittlerweile auch eine Art „Pille davor“ für Risikogruppen. Sie ist über einen längeren Zeitraum täglich einzunehmen und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Bisher war sie mit 1000 Euro sehr teuer, seitdem es Generika gibt, zahlt man nur mehr 60 Euro monatlich.

Vorurteile und Diskriminierung

Die Medizin hat enorme Fortschritte gemacht. Viele Betroffene sind aber immer noch mit Vorurteilen, Diskriminierung und gesellschaftlicher Isolation konfrontiert. „Die Patienten sind gezwungen, sich nicht zu outen, weil andere Menschen zum Teil immer noch nicht umgehen können damit“, sagt Horst Schalk. Ihm zufolge haben teilweise selbst Mediziner unbegründete Ängste im Umgang mit den Patienten.