Der Aufstieg und Fall des „HC“

Vier Monate ist es her, dass die „Ibiza-Affäre“ durch Österreich fegte. Politische Köpfe rollten und sogar die Regierung wurde aufgelöst. Der Hauptleidtragende: Vizekanzler und FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache. Strache kündigte damals seinen Rückzug aus allen politischen Ämtern an und verblieb als einfaches Parteimitglied in der Freiheitlichen Partei. Ob Strache ein politisches Comeback plante, oder seinen Ruhestand genießen würde, war bis jetzt nie wirklich klar. Jetzt steht fest: Strache begibt sich in Politik-Pension.

„Für meine Fehler entschuldige ich mich“

Dienstagmorgen gab Strache in einer Pressekonferenz bekannt, dass er keine politischen Äktivitäten mehr ausführen werde und seine FPÖ-Mitgliedschaft ruhend stellt. Viel überraschender war für die anwesenden Journalisten vielmehr die Reue, die Strache zeigte. „Ich habe da und dort sicherlich Journalisten beleidigt, das tut mir leid, aber Sie halten schon einiges aus. Ich musste die letzten Jahre auch einiges aushalten.“ Er werde sich nun auf sein Privatleben konzentrieren und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, so Strache weiter.

Von Wien-Erdberg in die Hofburg

Aufgewachsen im dritten Wiener Gemeindebezirk, erlebte Strache dort laut eigenen Aussagen Veränderungen, die ihn motivierten politisch aktiv zu werden. Nach Eintritt in die FPÖ ging es schnell bergauf für den jungen Politiker. 1994 wurde er FPÖ-Bezirksobmann, 2004 Parteiobmann der Wiener FPÖ und 2005 schließlich Bundesparteiobmann. Nach der Spaltung der FPÖ und des daraus neu entstandenen BZÖ, setzte sich Strache bei der Nationalratswahl 2006 im direkten Vergleich gegen Jörg Haiders BZÖ durch. Von da an ging es nur noch aufwärts für Straches FPÖ. Stets begleitet von Kontroversen im In- und Ausland: Kritiker forderten eine stärkere Abgrenzung vom Rechtsextremismus. 2017 folgte der politische Höhepunkt mit Regierungsbeteiligung unter der ÖVP. Strache wurde Vizekanzler und Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport. Das bekanntlich aber nur 17 Monate. Dass es aber in ferner Zukunft mal zu einem Comeback Straches kommen wird, schließen Beobachter nicht aus.