Hofer vs. Strache: von Verbündeten zu Konkurrenten

Es ist der entscheidende Moment im gestrigen ORF-Sommergespräch mit Norbert Hofer. Ein kurzer Satz der sitzt und eine klare Abgrenzung zu Heinz-Christian Strache: „Es müssen zuerst alle rechtlichen Dinge geklärt sein. Vorher gibt es die Frage einer möglichen Rückkehr für mich nicht“, sagt Hofer am Montag bei den ORF-Sommergesprächen zur Frage eines politischen Comebacks Straches.

„Hofer steht in Straches Schatten“

Zuletzt gab es Spekulationen Strache könnte bei der Wien-Wahl 2020 antreten. „Die animieren mich fast, dass ich darüber nachdenke, so rasch wie möglich auch politisch zurückzukommen und vielleicht in Wien ein Comeback zu starten“, sagt dieser im Interview in der ZiB 2.

Hofer im Dilemma

Politjournalist Johannes Huber glaubt, Hofer sei in einem Dilemma. „Solange Heinz-Christian Strache so tätig ist, wie er tätig ist und einen so großen Schatten wirft, kann Norbert Hofer nicht aus seinem Schatten heraustreten“, sagt er. Hofers Distanzierung von Strache sei der Versuch ein eigenes Profil zu bekommen.

Das „Ibiza-Video“ und die Aussagen des Ex-Vizekanzlers seien parteischädigend gewesen. „Die Partei bleibt längerfristig nichts übrig als Strache auszuschließen“, sagt Huber. Die FPÖ müsse dann allerdings befürchten, dass ein Ausschluss Straches nicht von allen FPÖ-Wählern gutgeheißen werden würde. „Die Gefahr ist groß, dass sich die Situation nicht beruhigt bis zur Wahl“, so der Journalist. Denn Strache habe noch immer großen Rückhalt in der Partei.