Wer ist Juan Guaidó?

Juan Guaidó wird 1983 in der kleinen Küstenstadt La Guaira im venezolanischen Staat Vargas geboren. Im Jahr 2000 beendet Guaidó die Schule und zieht nach Caracas, wo er an der Universidad Católica Andrés Bello (UCAB) Ingenieurswesen studiert. Hier beginnt er auch, sich politisch zu engagieren. Schon 2007 protestiert Guaidó gegen Reformprogramme des Ex-Präsidenten Hugo Chavéz.

Junger Parteigründer

2009 gründet Guaidó mit erst 25 Jahren, zusammen mit dem Oppositionellen Leopoldo López die Mitte-rechts Partei Voluntad Popular (Volkswille).  López erlangt in Venezuela für seine Proteste gegen den Präsidenten Nicolas Maduro große Bekanntheit. Er wird Guaidós politischer Mentor. Lopez wird 2014 wegen seiner Protestaufrufen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach drei Jahren wird er auf Hausarrest entlassen.

Schneller Aufstieg

Bei den Parlamentswahlen 2015 wird Guaidó erstmals ins Parlament gewählt. Vier Jahre später, im Jänner 2019, wird er Parlamentspräsident. An die Spitze seiner Partei rückte Guaidó, weil andere Oppositionelle ins Ausland geflohen sind oder - wie auch Leopoldo Lopez – inhaftiert wurden. Am 23. Jänner erklärte sich der 35-Jährige zum Übergangspräsident Venezuelas. Seitdem befindet er sich im anhaltenden Machtkampf mit Präsident Nicolas Maduro, der sein Amt verteidigt.

Immer mehr Unterstützer

Immer mehr Staaten sichern Guaidó ihre Unterstützung zu und erkennen ihn offiziell als Übergangspräsidenten an. Nach den USA und mehreren Lateinamerikanischen Staaten haben sich unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande und Belgien hinter Guaidó gestellt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sicherte ihm ebenfalls seine Unterstützung zu. Gegenspieler Nicolas Maduro dagegen wird unter anderem von Russland, China und der Türkei unterstützt. Seine größte innenpolitische Stütze ist das Militär.