Mord an der eigenen Frau

2018 wurden im Durchschnitt drei Frauen pro Monat in Österreich ermordet. Die Volksanwaltschaft und Medienberichte zählen damit 36 ermordete Frauen, zwei mehr als noch im Jahr 2017. Es sind Zahlen, die schockieren. "Wir können bei so einer wahnsinnigen Zahl nicht einfach weiter tun, als wäre alles in Ordnung," sagt Andrea Brem, Leiterin des Vereins der Wiener Frauenhäuser. Polizei und soziale Organisationen und Vereine müssten nach einem Mordfall mehr zusammenarbeiten, um herauszufinden, was im Hintergund der Tat stand und ob es Anzeichen gab, die übersehen wurden, betont sie. 

Österreich im traurigen Spitzenfeld

Rund 56% aller Mordopfer in Österreich sind weiblich. Im europaweiten Vergleich liegt Österreich hierbei im traurigen Spitzenfeld. In den meisten Fällen stammen die Täter aus dem sozialen Umfeld des Opfers und waren bereits polizeibekannt. Trotzdem müsse mehr in der Gewaltprävention getan werden, so Brem. Die Regierung hat 2019 das Förderbudget des Frauenministeriums verringert. „Ich würde erwarten, dass die Regierung sofort ein Sonderbudget für Aufklärungsarbeit zur Verfügung stellt,“ sagt Lena Jäger vom Frauenvolksbegehren. 

Jede fünfte Frau von Gewalt betroffen 

Jede Frau, die bei Polizei oder zuständigen Stellen meldet, dass sie von sexualisierter, psychischer oder körperlicher Gewalt betroffen sei, muss sofort Schutz finden, so Jäger. Momentan sei das nicht der Fall. Jede fünfte Frau in Österreich ist ab ihrem 15. Lebensjahr zumindest einmal im Leben von Gewalt betroffen.