Mit der Strassenbahn über die Grenze

Grenzenlos Bim-Fahren

Das französische Straßburg gilt als inoffizielle EU-Hauptstadt. Ein Leben ohne das EU-Parlament, den Euro und offene Grenzen wäre hier kaum vorstellbar. Seit dem Vorjahr kann man hier sogar mit der Straßenbahn nach Kehl in Deutschland fahren. Damit das möglich ist, haben französische und deutsche Verkehrsplaner jahrelang getüftelt und an Kompromissen gearbeitet.

Andere Länder, andere Regeln

In die Straßenbahn der französischen Verkehrsbetriebe musste beispielsweise ein Blinker eingebaut werden, damit sie auch der deutschen Straßenverkehrsordnung entspricht. Auch bei unseren Dreharbeiten mit Straßenbahnfahrer Joachim Jean-Luc wurden wir auf rechtliche Unterschiede in den beiden Staatsgebieten aufmerksam gemacht. Wir durften den Straßenbahnfahrer nur auf französischem Boden in der Fahrerkabine filmen, in Deutschland ist das während der Fahrt streng verboten.

Hier wird der Fahrschein kontrolliert, nicht der Pass

Joachim Jean-Luc überquert bis zu 16 Mal pro Tag die Grenze, wenn er die Linie D von Straßburg nach Kehl lenkt. Seinen Pass hat er nie dabei. Insgesamt würden mehr Touristen von Kehl nach Straßburg fahren, die Franzosen hingegen eher zum günstigeren Einkaufen nach Deutschland kommen, schildert Jean-Luc. Grenzüberschreitende Probleme sieht der Straßenbahnfahrer nicht. Er betont nur, dass in Deutschland bei jedem noch so kleinen Unfall die Polizei komme und dort „viel mehr Papier“ anfalle als in Frankreich.