Jubel und Trauer nach Bolsonaros Sieg

„Es wird eine in Brasilien niemals gesehene Säuberung geben“, so Jair Bolsonaro im Oktober 2018 in einer Ansprache vor seinen Anhängern. Nur wenig später wird der ultrarechte Politiker zum Präsidenten Brasiliens gewählt. Bolsonaro provoziert immer wieder mit Ausfällen gegen Minderheiten, mit extremistischen Parolen und Sympathiebekundungen für die Militärdiktatur. Die Wahl Bolsonaros könnte einen radikalen Politikwechsel in Brasilien nach sich ziehen. Der Katholik hält die traditionellen Familienwerte hoch und wird von den mächtigen evangelikalen Kirchen in Brasilien unterstützt.

„Trump Brasiliens“ für erleichterten Waffenzugang und gegen Abtreibungen

Während seine Anhänger in Bolsonaro einen der wenigen ehrlichen Politiker sehen, der mit der Korruption aufräumt und gegen die Kriminalität vorgeht, sehen seine Gegner in ihm eine Gefahr für die noch junge Demokratie in Brasilien. Der frühere Fallschirmjäger will den Zugang zu Waffen erleichtern, wichtige Ministerien mit Militärs besetzen und die Polizei zu einem härteren Vorgehen gegen Kriminelle ermutigen. Menschenrechtler befürchten, Bolsonaros Hasstiraden könnten zu Gewalt gegen Homosexuelle, Schwarze und Indigene führen.