„Das kann ich morgen auch noch machen“

… oder Übermorgen, oder Überübermorgen. Prokrastination ist ein weitverbreitetes Phänomen. Ob Putzen, Kuchen backen, Kartenhäuser bauen oder Basteln. Beschäftigungen gibt es genug, um der einen Sache auszuweichen, die man im Moment einfach partout nicht erledigen möchte. Laut einer Umfrage unter Studierenden schieben 98 Prozent immer wieder Sachen auf. Häufig bedeutet aber nicht gleich krankhaft.

Was ist dann krankhaft?

„Aufschieben tun wir fast alle mehr oder weniger. Es ist aber ein großer Unterschied, ob ich eine Aufgabe später erledige oder ob das pathologisch wird, und ich die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, gar nicht mehr erledige.“, so die Psychologin Christina Beran. Gesetzte Ziele, die nicht erreicht werden, können nämlich belasten und sogar zur Isolation führen. Sollte das passieren, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen.

Bedeutet:

Prokrastination ist also kein Problem mit dem Zeit-, sondern mit dem Emotions-Management. Unsicherheit, Angst oder Selbstzweifel können dazu führen, dass man Aufgaben erst gar nicht anfängt. Prokrastination schafft hier kurzfristige Erleichterung. Wir belohnen uns selbst. Langfristig leiden wichtige Aufgaben aber darunter.

Was hilft also gegen Prokrastination?

Einfach hinsetzen und machen? Zum Lernen in die Bibliothek gehen oder ganz klassisch eine Checkliste schreiben? Laut Christina Beran ist kein noch so kleiner Teil einer Aufgabe zu klein, um damit zu beginnen. Durch diese kleinen Schritte macht man die Erfahrung, dass man Sachen sehr wohl angehen kann und auch etwas voranbringt. Sie meint: „Es ist wichtig, dass wir aufschieben und im Leben Prioritäten setzten können. Wichtig ist aber auch, dass man die Dinge wirklich erledigt.“