Steht uns ein Pflegenotstand bevor?

Die Zahl der in Österreich selbstständigen Personenbetreuerinnen hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt: Von damals fast 32.000 auf mehr als 88.000 im Vorjahr. Allerdings sind nur knapp 1,8% der Pflegerinnen aus Österreich. Die Zahlen zeigen, dass die 24-Stunden-Pflege ohne Hilfe aus den osteuropäischen Staaten zusammenbrechen würde: Mehr als 71.000 Pflegerinnen kommen aus Rumänien und der Slowakei, rund 5.700 aus Ungarn, 3.400 aus Kroatien, 2.000 aus Bulgarien.

Ausländische Pflegerinnen tragen 24-Stunden-Betreuung

Die Regierung hat ein Gesetz beschlossen, dass die Situation von vielen ausländischen Pflegerinnen in Österreich verschlechtert: Eine Indexierung der Familienbeihilfe. Die Anpassung an die Lebenserhaltungskosten im jeweiligen Land bedeutet im Falle der osteuropäischen Pflegerinnen finanzielle Einbuße. Während die Opposition Probleme bei der 24-Stunden-Betreuung erwartet, sieht die Koalition einen Schritt zu mehr Gerechtigkeit. Die EU-Kommission hatte in einer Stellungnahme unterstrichen, dass Indexierung nach europäischem Recht nicht erlaubt sei. Sie drohte mit einem Vertragsverletzungsverfahren.