Akademiker im Kindergarten

Nicht nur an seinem Arbeitsplatz in einem Salzburger Kindergarten ist Nico Etschberger der einzige Mann. Auch unter den  österreichweit 312 Studienanfängern der Elementarpädagogik ist er alleine unter Frauen. Das Bachelorstudium wurde gerade bundesweit an den Pädagogischen Hochschulen eingeführt. Bis auf Tirol und Vorarlberg haben sich alle für eine Akademisierung der Kindergartenpädagogik entschieden.

Österreich hinkt hinterher

Damit ist Österreich eines der letzten EU-Länder, das seine Kindergärtner auf die Uni bringt. Jahrelange haben sich KindergartenpädagogInnen dafür eingesetzt, dass ihr Beruf aufgewertet wird. Das Studium soll Grundlagen vertiefen und den Kindergartenpädagogen Aufstiegschancen ermöglichen.

Keine Berufsausbildung

Berufsausbildend ist das Studium aber dennoch  nicht. Zum Studium werden nur bereits fertig ausgebildete Elementarpädagogen zugelassen. Ob das so von den Pädagogischen Hochschulen  gewünscht wird,  will man in Salzburg nicht sagen. Das sei so vom Ministerium vorgegeben worden und werde sich zumindest in absehbarer Zeit nicht ändern.  Die Nachfrage bei den Studienplätzen  ist dennoch  bundesweit sehr hoch. An den Pädagogischen Hochschulen in Linz haben sich etwa 180 Kindergartenpädagoginnen für je 35 Plätze beworben. Auch in Salzburg gab es weit mehr Bewerbungen als Studienplätze.

Aufwertung des Berufs

Nico Etschberger hofft, dass sein Beruf durch das Studium mehr Anerkennung bekommt. „Das ist ein Knochenjob, vor allem bei dem geringen Gehalt“, so der 33-Jährige. Das hofft auch die Studiengangsleitung in Salzburg: „Viele glauben das Kindergartenpädagogen einfach nur betreuen. Aber sie leisten viel mehr als das, sie leisten Bildungsarbeit.“