Clara ist gehörlose Doktorandin

Clara Kutsch promoviert seit Herbst an der Uni Wien. Zwei Gebärdendolmetscherinnen begleiten sie dabei, denn Clara ist durch eine seltene Erbkrankheit fast vollständig ertaubt. Das Projekt „Promotion ohne Limit“ finanziert ihren Doktor und die Dolmetscherinnen. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit eine Promotion zu ermöglichen. Denn sie sind im akademischen Bereich bisher noch immer deutlich unterrepräsentiert. In Österreich gibt es etwa nur zwei gehörlose Doktrandinnen. Clara ist eine von ihnen.

Steiniger Weg

Bisher war Clara auf der Uni weitgehend auf sich alleine gestellt. „Ich hatte zwar viele Freunde, aber wissenschaftlich akademisch war ich immer ein bisschen isoliert“, so die Studentin. Clara wünscht sich, dass Gehörlose im Bildungsbereich in Zukunft besser inkludiert werden. Schon in der Früherziehung wird bei gehörlosen Kindern zu selten die Gebärdensprache verwendet, sie werden oft lautsprachlich erzogen obwohl sie eine visuelle Sprache bräuchten. Auch auf dem weiteren Bildungsweg, also an Schulen oder in Universitäten, fehlen Dolmetscher. Damit sind Gehörlose im akademischen Betrieb oft isoliert.