Zu erschöpft zum Arbeiten

Zu erschöpft zum Arbeiten

So erschöpft, dass nichts mehr geht. Bernhard ist 29 Jahre alt und hat ein Burnout. Seit sechs Wochen ist er in einer Rehaklinik. [M]eins-Reporterin Simone Grössing hat ihn besucht. Wie fühlt sich ein Burnout an? Und wie sieht Bernhards Heilung aus?

Jung, erfolgreich, ausgebrannt

Vor zwei Monaten war Bernhard Ernst noch als Projektleiter bei einem Elektrizitätsversorger tätig. Dann ging plötzlich gar nichts mehr. „Es ist wie bei einer Grippe, man fühlt sich extrem ausgelaugt.“ Bernhards Diagnose: Burnout. Und das mit nur 29 Jahren. Er entschied sich daraufhin für einen sechswöchigen Aufenthalt in der Klinik Sonnenpark in Rust, die vom Sozialverein pro mente betrieben wird: „Ich habe mich lange nicht getraut, offen zu sagen, dass es mir schlecht geht. Irgendwann hab ich gesagt, ich möchte nicht mehr so weiter machen.“

Gruppentherapie und Trommeln

Bernhards Leben in der Klinik sieht jetzt tatsächlich komplett anders aus: Er geht zur Gesprächstherapie, trommelt, malt, macht Yoga. Hier steht vor allem eines am Programm: Entspannen. „Man lernt, auf sich selbst zu schauen und einen achtsamen und liebevollen Umgang mit sich zu finden“, sagt Bernhard. Allein ist er mit seinem Leiden hier nicht. Der Großteil der 100 Patienten in der Klinik leidet an Stresserkrankungen.

Alarmierende Zahlen

Die Zahlen sind alarmierend. Laut einer Studie der Allianz-Versicherung steuert fast jeder vierte Österreicher auf ein Burnout zu. Auch der Klinikleiter Paul Kaufmann sieht Handlungsbedarf. Es gebe eine steigende Tendenz zum Burnout: „Arbeitsgeber haben gelernt das Maximum aus einer Abeitskraft herauszuholen wobei immer vergessen wird, dass man nicht immer eine Topleistung erbringen kann.“