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Römer besetzen das Land
Die niederösterreichische Gemeinde Petronell-Carnuntum kämpft mit einem kuriosen Problem: Römer besetzen das Land. Der halbe Ort steht unter Denkmalschutz und darf deshalb nicht bebaut werden. Was tun, wenn die Vergangenheit die Zukunft verbaut?
Römisches Lager
Text: Peter Stacher

Wir tauchen in dieser Folge von QUERFELDeins in die Geschichte Österreichs ein. Vor 2000 Jahren errichten die Römer an der damaligen Militärgrenze in Carnuntum ein Militärlager für Soldaten. Dieses Kastell ist das älteste in Österreich. Es war ein wichtiger Grenzposten des römischen Reiches und Ausgangspunkt für militärische Operationen.

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Ein kurioses Problem

Ja, die Gemeinde braucht sich um den Tourismus keine Sorgen zu machen. Zusätzlich ist Carnuntum ein bekanntes Weinanbaugebiet. Doch es ist nicht alles da, in Petronell-Carnuntum. Den Bewohnern fehlt etwas Entscheidendes. In dieser QUERFELDeins-Reportage zeigen wir, was das ist:

Video: Peter Stacher & Gabriel Danis
 Schutzgebiet

Petronell-Carnuntum ist kein Einzelfall in Österreich. Es gibt viele Gebiete, die unter Schutz stehen. Und auch solche, auf denen nicht ohne Denkmalbehörde gebaut werden darf, weil die Möglichkeit besteht, dass sich im Erdreich Überreste längst vergangener Zeit befinden. Das sind dann die sogenannten Fundhoffnungsgebiete. Und gefunden wird tatsächlich so einiges.

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Schutzzonen in ganz Österreich

Das Denkmalamt entwirft derzeit eine Landkarte, wo alle Schutzzonen punktgenau eingezeichnet sind. Diese Karte wird erst in den nächsten ein bis zwei Jahren fertig sein. In dieser Übersicht zeigen wir aber schon jetzt die wichtigsten Gebiete mit strengen Denkmalschutzauflagen. Wann immer man dort graben will, braucht man eine Genehmigung der Behörde, muss einen genauen Grabungsbericht erstellen, alles dokumentieren. Und wenn es weiter hinunter geht, muss sogar ein Archäologe mit dabei sein:

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Grafik: Joanna Sumyk, Redaktion: Peter Stacher
Die Macht des Denkmalschutzes

Warum ist es Historikern und Denkmalpflegern so wichtig, Altes zu erhalten? Es gibt Auskunft über die Lebensweise der Vergangenheit. So berichtet eine alte Mühle über die früheren Arbeits- und Lebensverhältnisse der Müller, ein Bauernhaus erzählt über die Wandlungen des agrarischen Lebens. 37.000 Objekte stehen in Österreich unter Denkmalschutz,  jedes Jahr kommen 200 dazu. Für den Erhalt hat das Denkmalamt auch ein Budget von 13 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Damit werden aber nur Zuschüsse an die Eigentümer denkmalgeschützter Objekte bezahlt. Nicht immer schafft es das Denkmalamt, Gebäude mit Museumscharakter zu schützen, wie der folgende Beitrag zeigt.

 

Video: Peter Stacher
[M]eins geht QUERFELDeins

Im Rahmen der Reportage-Serie QUERFELDeins ist [M]eins in den Bundesländern unterwegs und auf der Suche nach Themen, Geschichten und Ideen, die für ganz Österreich spannend sein könnten. Wo sollen wir als nächstes hinkommen? Schreibt uns ganz einfach auf der [M]eins Facebook-Seite oder eine E-Mail an infoeins@orf.at.

05.01.18