EINE WOCHE. EIN THEMA.
Pump it up!
Immer mehr ÖsterreicherInnen trainieren. Muskeln sind in. Nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen. Woher kommt der Trend? Wie viel Training ist eigentlich gesund und auf was sollte man achten? Alles rund um den Bizeps, diese Woche auf Meins.
Pumpen ist ihr Hobby
Text: Simone Grössing

90 Kilo. So viel kann Lena stemmen. Die 20-Jährige trainiert seit einem Jahr im Fitnesscenter. 4 Tage die Woche, je 2 Stunden. Die restliche Woche läuft und boxt sie. Im Leben der Medizinstudentin dreht sich alles um Sport. Ihr Ziel hat sie dabei längst erreicht: den Sixpack. Für Lena ist er ein Muss. Aber nicht nur für sie. Immer wieder wird sie auf ihn angesprochen: Vor allem von Männern, die auch gerne einen hätten.

Video: Video: Lisa Semrad
Das Geschäft boomt

Immer mehr Österreicher trainieren. Laut einer Studie lag 2016 die Zahl der Mitglieder bei den heimischen Fitnessstudios bei rund 740.000. 2015 waren es noch um 40.000 weniger. Und auch die Fintesscenter werden immer mehr: Letztes Jahr ist die Zahl der Studios von 920 auf 1062 gestiegen. Der Fitnessbereich boomt: Der Marktwert beläuft sich auf rund 440 Millionen Euro. Besonders beliebt sind in Österreich Billigketten wie INjoy, FitInn oder McFit. Bei den Franchises hat Österreich nach Frankreich sogar europaweit den größten Marktanteil. Gute besucht sind aber auch Kraftstudios und spezialisierte Damenstudios wie Mrs. Sporty oder Lifestyleladies. Pumpen und Muskelsport sind in. Woher kommt der Hype? Und wieso wird es gerade jungen Menschen immer wichtiger, einen trainierten Körper zu haben? Wir haben in einem Fitnesscenter nachgefragt:

Der Körper ist ein soziales Medium. Über meinen Körper definiere ich mich.
Otmar Weiß
Sportsoziologe
Video: Video: Lisa Semrad
Comeback des Körpers

„Wir haben ihn jahrzehntelang verdrängt, jetzt ist er wieder da“, so der Sportsoziologe Otmar Weiß. Die Rede ist natürlich vom Körper. Dieser gewinnt in der modernen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. In der Arbeit brauchen wir unsere Muskeln zwar immer seltener, aber in der Freizeit erleben sie eben gerade deswegen ein Comeback so Weiß. Wer seinen Körper trainiert, will nicht nur fit sein, sondern auch immer etwas kommunizieren: „Man definiert sich über sein Aussehen, über die Körperformung, insofern ist der Körper auch immer ein Medium.“ Gerade für junge Menschen wird das Aussehen und die eigene Fitness immer wichtiger – denn am Körper wird Erfolg und Stärke vergleichbar und messbar. Für viele Jugendliche ist es deswegen heute ganz normal, mehrmals die Woche zu trainieren.

Video: Video: Lisa Semrad
Size Zero war gestern

Wer heute ins Fitnessstudio geht, dem fällt schnell auf, dass viele Frauen mittlerweile nicht mehr nur bei den Cardio-Geräten zu finden sind, sondern auch bei Hanteln und Gewichten. Die Angst vor zu viel Muskeln scheint zu verschwinden. "Size zero wird immer mehr out, jetzt sind Muskeln in", sagt Sandra Slomo. Die Fitnesstrainerin weiß, was aktuell bei jungen Frauen besonders  beliebt ist: Die 29-Jährige hat sich auf „Buttworkouts“ spezialisiert. „Beine und Po, das wollen die meisten Mädels trainieren“, so Slomo. Neben Ausfallschritten und „Jumps", macht man das vor allem mit einer Übung: den „Squats“. Eigentlich sind das ganz normale Kniebeugen. Über Youtube und Instagram wurden sie aber zum Fitnesshype des Jahres. Social Media spielt im Fitnessbereich überhaupt eine immer größere Rolle. Immer mehr Menschen holen sich online Input für Workouts und trainieren mit Youtubevideos. Inspiration und Motivation holt man sich auch auf Instagram. Fitnessstars wie etwa das österreichische Model Stephanie Davis, zeigen dort regelmäßig ihre muskulösen Körper, werben für Fitness-Produkte und posten Trainingsvideos. Auch Slomo weiß wie wichtig Instagram und Co für die Branche ist.

Um richtig mit Gewichten umgehen zu können, braucht es jahrelanges Training.
Dominik Distelberger
Olympia-Athlet
Video: Video: Simone Grössing
Gefährliche Trends

Fotos auf Social Media können zum Training motivieren. Manchmal werden dort aber auch unrealistische und gefährliche Körperbilder verbreitet. Immer wieder kursieren im Netz Fitness-Challanges wie etwa die "Ab-Crack-" oder "Thigh Gap-Challenge", die mit Fitness nicht mehr viel zu tun haben und für die Gesundheit riskant werden können. Was hat es mit diesen Trends auf sich?

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Richtig trainieren

Gesundheitliche Risiken bringen aber nicht nur unrealistische Ziele, sondern manchmal auch das Training selbst. Kann man sich Übungen auch falsch einlernen? Und welche gesundheitlichen Folgen kann das haben? Olympia-Leichtathlet Dominik Distelberger hat uns diese Fragen beantwortet.Er ist überzeugt, dass viele Menschen falsch trainieren. „Um richtig mit Gewichten umgehen zu können, braucht man eigentlich Jahre“, so der 8-fache Staatsmeister, der aus eigener Erfahrung spricht. Er hat uns gezeigt auf was man beim Workout achten sollte:

Video: Video: Gerhard Mair
Musclefood

Zum Fitnesshype gehört natürlich auch die passende Ernährung. Die Muskeln werden ja nicht nur durch das richtige Training, sondern auch durch die richtige Ernährung größer. Viele greifen für den Muskelaufbau auf Sportnahrung zurück. Gerade nach den Feiertagen möchte man natürlich wissen: Hilft das wirklich gegen den Speck? Unser Reporter Max Hartmann hat sich in einem Sportnahrungsgeschäft umgehört: 

Video: Video: Max Hartmann
05.01.17